Divisionsgeschichte

Aufstellung und Wetsfeldzug

Die Aufstellung der 253.Infanterie-Division  erfolgte im Rahmen der 4. Welle im Wehrkreis VI in Münster. Hierzu wurde auf die Hälfte der Ersatz- und Ergänzungseinheiten des Friedensheeres des Wehrkreises VI zurückgegriffen, in welchen die "weißen Jahrgänge" (vor 1908) ihre Kurzausbildung absolvierten. Die Aufstellung begann am 26.August 1939. Das Einsatzgebiet wurde zunächst die deutsche Westgrenze (Raum Erkelenz in der Eifel) zur Grenzsicherung. Im Dezember 1939 wurde die Division an den Niederrhein verlegt.


Zu Beginn des Westfeldzuges 1940 griff die Division aus dem Raum Aachen kommend über die Maas Maastricht an und marschierte dann über Argenteau nach Huy. Der weitere Weg der Division führte über Charleroi bis westlich von Tournai.

Zu Beginn des Frankreichfeldzugs griff die Division von Tournai aus auf Lille an. Weiter marschierte die Division dann über Reims, Châlons-sur-Marne (Châlons-en-Champagne), Vitry-le-François, Brienne-le-Chateau bis nach Bar-sur-Aube. Danach stieß die Division bis Dijon vor. Von Ende Juni 1940 bis April 1941 war die Division dann als Besatzungstruppe im Raum östlich von Lille und in Nordfrankreich eingesetzt. 

 

 

Ostfeldzug - Vormarsch

Im Mai 1941 wurde die 253.Infanterie-Division in Vorbereitung auf die Operation Barbarossa nach Ostpreußen verlegt und der Armee-Reserve der 16.Armee unterstellt. Die Division war nun mit französischen und anderen Beutewaffen und -material ausgerüstet.

Am 22.Juni 1941 marschierte die Division im Verband des II.Armeekorps der 16.Armee über Insterburg (Tschernjachowsk) in Russland ein. Über Memel (Klaipeda) ging es weiter in den Raum südlich von Dünaburg (Daugavpils), wo die Division in der Front eingeschoben wurde.  Sie kämpfte sich dann über Kowno und Newel (Pskow) bis nach Welikije Luki durch.

Während des nun folgenden Angriffs auf Moskau erreichte die Division über Kalinin (Twer) die obere Wolga bei Jesharowa, wo sie von der russischen Winteroffensive getroffen wurde und sich in den Raum westlich Rshew (Gebiet zwischen Selizharovo-Ssigsee-Seeliger See-Wolgosee) zurückziehen musste. Hier verblieb die Division das gesamte Jahr 1942 über in ihren Stellungen wo sie an der Schlacht von Rshew teilnahm.

 


Ostfeldzug - Rückzug durch Russland und die Ukraine

Im März 1943 erfolgte während der  Operation Büffelbewegung der kontrollierten Rückzug aus dem Raum Rschew. Im April 1943 erfolgte über Wjasma die Verlegung in den Raum Jelnja, wo die Division im Juli 1943 aufgefrischt wurde. Danach marschierte die Division in den Raum südlich von Orel (Rollbahn Orel-Brjansk), wo die Division nach Beginn der russischen Offensive in den Raum westlich von Ponyri verlegt wurde. Es folgten nun Rückzugskämpfe über Bolchow, Karatschew, südlich Brjansk, nördlich Starodub bis in das Gebiet nördlich von Gomel hinter den Dnjepr. Hier kämpfte die Division zum Jahreswechsel 1943/44 südwestlich von Parichi, (wo die Rote Armee die Beresina am 25.11.1943 überschreiten konnte und einen Brückenkopf über den Fluss südöstlich von Parichi bilden kann). Vom 19.-27.02.1944 ist die III.Abteilung (ohne 7.Batterie) Artillerie-Regiment 103 (106.Infanterie-Division) als Teil der Kampfgruppe Hoffman an den schweren Abwehrkämpfen der 253.Infanterie-Division bei Parichi maßgeblich beteiligt, ab 22.02.1944 auch die II.Abteilung. Am 23.02.1944 werden dort zwei Gegenangriffe  (von denen aber nur einer erfolgreich verläuft) geführt, bei denen die Beteiligung der I.Abteilung des Panzer-Regiments 35 (4.Panzerdivision) und starke Artillerieunterstützung erwähnt werden. Vom 24.-27.02.1944 halten die Kämpfe weiter an. Näheres ist nicht bekannt, jedoch trugen die Gefechte Großkampfcharakter. Am 27.02.1944 treffen auch die I.Abteilung und die 7.Batterie des Artillerie-Regiments 120 von der 110.Infanterie-Division kommen, bei der Kampfgruppe Hoffmann ein, sodass das Regiment dort geschlossen eingesetzt ist. Das Panzergrenadier-Regiment 12 (4.Panzerdivision) würdigt die enge und wirkungsvolle Zusammenarbeit mit dem Regiment während dieser Kämpfe und die 253.Infanterie-Division entlässt die Truppenteile der 4.Panzerdivision mit hoher Anerkennung.

Es folgt nun der Rückzug über die Beresina, durch das Pripjet-Gebiet in den Raum Kowel, wo sich die Division an der Rückeroberung von Kowel beteiligt. Hier verleibt die Division bis zum Juni 1944.

 


Ostfeldzug - Rückzug durch Polen, die Slowakei und Tschechien

Dann geht es über den Bug bis nach Cholm (Chelm), wo die Division aufgefrischt wird.

Der anschließende Rückzug brachte die Division bis zur Weichsel, wo sie bis Oktober südlich von Pulawy kämpfte. Anschließend verlegte die Division an die Front in den Beskiden, wo sie an Rückzugskämpfen durch die Ost- und West-Beskiden  teilnahm - über den Dukla-Pass (russische Karpaten-Dukliner Operation), am 15.01.1945 Frontlinie zwischen Polany (25km südl. Jasło, Polen) und südlich Stropkov (Stropkow, Slowakei), verstärkt mit einem ungarischen Regiment. Nach dem Zurückziehen der 320.Volks-Grenadier-Division am 16.01.1945 sichert der linke Flügel der 253.Infanterie-Division das Gelände im Raum Krynica-Zdrój (30km. südöstlich. Nowy-Sacz). Am 18.01.1945 beginnt eine sowjetische Offensive der 1.Garde-Armee. Gegenüber der 253.Infanterie-Division lagen von Norden nach Süden das 1.tschechoslowakische Korps, das 11. und das 107.Schützen-Korps. Die Frontlinie konnte zunächst trotz einiger Durchbrüche gehalten werden.

Nach der Anweisung des Korpskommandos XI.Armeekorps im Raum Krakau, wurde die Division direkt der Armeegruppe "Heinrici" unterstellt (ab dem 26.01.1945 dann dem XI.SS-Armeekorps). Es folgten zwischen 19.-21.01.1945 kleinere Rückzugskämpfe im Raum Zborov und Bardejov. 24.-26.01.1945 Rückzug in den Raum Neumarkt (Nowy Targ). Rückzugskämfe in den Raum Łapsze Wyżne und Vorbereitung von Schützengräben auf dem Trybska-Pass am 26.-27.01.1945. Kleinere Kämpfe bei Kroschnitz (Krosnica) und auf dem Snozka-Pass mit schweren russischen Verlusten. Erreichen der vorbereiteten Schützengräben in den Stellungen bei Lopuszna. In der Nacht auf den 28.01.1945 erfolgt ein russischer Nachtangriff der 167.Schützen-Division  auf das Dorf, welches von zwei Kompanie der 253.Infanterie-Division gehalten wird.

Innerhalb des 28. und 29.01.1945 Rückzugskämpfe auf Ostrowsko und Waksmund. In der Nacht wird Nowy Targ von den Russen erobert. Rückzug der Division auf Czarny Dunajec und Jabłonka. Am 30.01.1945 zieht sich die Division samt der ungarischen Abteilung auf Lipnica Wielka (5km west. von Jabłonka) zurück und danach Marsch nach Polhora in der Slowakei. Teile der Division bleiben am 31.01.1945 bei Polhora und verteidigen den Raum von Lipnica Wielka und Chyzne (Gegenangriffe auf Lipnica Wielka), wo Seite an Seite mit der 4.Gebirgs-Division des XXXXIX.Gebirgs-Armee-Korps schwere Kämpfe besteht. Die anderen Teile der Division marschieren auf den Glinne-Pass im Raum 8km östl. von Jelesnia (Dörfer Stryszawa und Koszarawa), nordwestl. des Babia Góra-Berges (1725m).

Im Februar 1945 zog sich die Division nach Oberschlesien zurück.  Hier kommt es am 03.02.1945 bei Stryszawa, Koszarawa und Bystra zu schweren Rückzugskämpfen. Am 06.02.1945 findet ein sowjetischer Angriff der 318.Gebirgsschützendivision in Richtung  Pewel Wielka und Jelesnia statt. In der Nacht auf den 07.02.1945 können die Russen durchbrechen. Von 07.-10.02.1945 finden an der Weggabelung Jelesnia schwere Kämpfe statt, die 253.Infanterie-Division führt einige Gegenangriffe. In der zweiten Februarhälfte wurde die Division aufgeteilt. Teile der Division kamen in den Raum nordöstl. von Teschen (Český Těšín) zur Unterstützung der Verteidigung der Frontlinie Skotschau (Skoczów)-Schwarzwasser (Strumień). Diesen Abschnitt übernahm die Division von der 4.Gebirgs-Divison und der 78.Volks-Sturm-Division. Es folgten nach der Zusammenführung der Division der Rückzug über Freistadt (Fryštát), Teschen (Český Těšín), Mährisch Ostrau (Ostrava) in den Raum Deutsch-Brod (Havlíčkův Brod), wo die Division in russische Gefangenschaft geriet.

Christoph Rass: "Menschenmaterial": Deutsche Soldaten an der Ostfront. Innenansichten einer Infanterie-Division 1939 - 1945, Schöningh, Paderborn 2003


Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280, 2. Auflage, Osnabrück 1973

 

Schematische Kriegsgliederungen 1939-1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769

 

Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA 26/253

Kriegsgliederung 9.Armee RH 20-9

Kriegsgliederung 4.Armee RH 20-4

 

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